Aktuell

Kolping in Rheinland-Pfalz blickt auf gemeinsame Aktivitäten und neue Vorhaben

Landeskonferenz des Kolping Landesverbandes Rheinland-Pfalz bringt Delegierte aus vier Diözesanverbänden in Mainz zusammen


Mainz. Vertreter*innen aller vier rheinland-pfälzischen Diözesanverbände Mainz, Limburg, Speyer und Trier kamen am 24. Oktober zur Landeskonferenz des Kolping Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Kolpinghaus Mainz zusammen. Im Mittelpunkt standen der Rückblick auf die Aktivitäten der vergangenen Jahre, aktuelle gesellschaftliche und kirchliche Fragestellungen sowie neue gemeinsame Vorhaben für die Zukunft.

Den geistlichen Impuls gestaltete Landespräses Pfarrer Thomas Gerber. Er setzte sich mit der neuen Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica humanitas – Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ auseinander. Dabei hob er insbesondere die Bedeutung des menschlichen Miteinanders hervor: Bei allen technischen Entwicklungen müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen. Ziel müsse eine Welt sein, in der Menschen miteinander und füreinander leben. Diesen Anspruch formulierte er zugleich als Wunsch für die Kolpinggemeinschaft: Auch innerhalb von Kolping solle das Miteinander und die gegenseitige Verbundenheit das gemeinsame Handeln prägen. Das Thema wird auch bei der nächsten Landeskonferenz im Jahr 2027 aufgegriffen: Dort ist ein eigener Studienteil zur Enzyklika vorgesehen, der Gelegenheit bieten soll, sich vertieft mit ihren Inhalten und Impulsen auseinanderzusetzen.

Im Anschluss stellte Landesvorsitzender Diakon Andreas W. Stellmann die Aktivitäten des Landesverbandes in den vergangenen Jahren vor. Ein besonderer Höhepunkt war die Podiumsdiskussion im Vorfeld der Landtagswahl, die von Matthias Donauer, Vorsitzender des Arbeitskreises Landespolitik, vorbereitet wurde. Darüber hinaus engagierte sich der Landesverband durch regelmäßige Gespräche mit Vertreter*innen aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Der Austausch soll auch künftig fortgesetzt werden. Für das Jahr 2027 sind bereits weitere Gesprächstermine u.a. mit LOTTO Rheinland-Pfalz vereinbart.

Ein weiteres wichtiges Thema war die stärkere Zusammenarbeit über die Grenzen der einzelnen Diözesanverbände hinweg. Insbesondere mit Blick auf die Kolpingjugend wurde eine große Bereitschaft deutlich, künftig gemeinsame überregionale Angebote zu entwickeln. Dabei sollen neben Begegnungs- und Gemeinschaftsangeboten ausdrücklich auch politische Bildungsangebote und Möglichkeiten zur politischen Beteiligung junger Menschen eine Rolle spielen. Ziel ist es, jungen Menschen zusätzliche Möglichkeiten zu eröffnen, sich auszutauschen, eigene Positionen zu entwickeln und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Auch das kommende Jahr wirft bereits seine Schatten voraus: Anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Landes Rheinland-Pfalz tauschten sich die Delegierten über mögliche gemeinsame Aktivitäten und Beteiligungsformate aus. Das Jubiläum bietet eine Gelegenheit, die gesellschaftliche Verantwortung und das Engagement von Kolping in Rheinland-Pfalz sichtbar zu machen.

Die Landeskonferenz machte deutlich, wie wichtig der diözesanübergreifende Austausch und das gemeinsame Engagement für die Zukunft des Verbandes sind. Mit neuen Ideen, konkreten Vorhaben und einer großen Bereitschaft zur Zusammenarbeit blickt der Kolping Landesverband Rheinland-Pfalz auf die kommenden Jahre.

Landesvorstand von Kolping Rheinland-Pfalz zu Gast im Katholischen Büro Mainz

Dank für langjährige Zusammenarbeit und Wunsch nach Fortsetzung des Austauschs

Mainz. Zu einem abschließenden Gespräch traf sich der Landesvorstand von Kolping Rheinland-Pfalz am Donnerstag, 20. August 2026, mit dem Leiter des Katholischen Büros Mainz, Dieter Skala, der zum 31. Oktober 2026 in den Ruhestand tritt.

Seit vielen Jahren pflegen Kolping Rheinland-Pfalz und das Katholische Büro einen regelmäßigen Austausch. Ziel dieser Gespräche war es stets, aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu erörtern sowie gemeinsame Themen und Herausforderungen in den Blick zu nehmen. Dabei brachte der Landesvorstand die Anliegen und Perspektiven des katholischen Sozialverbandes ein, während Dieter Skala wichtige Einblicke in politische Prozesse und Themen der Landesregierung vermittelte.

„Die Gespräche mit Dieter Skala waren für uns immer sehr wertvoll. Sie haben dazu beigetragen, politische Entwicklungen frühzeitig wahrzunehmen und die Anliegen von Kolping Rheinland-Pfalz in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen“, betonte Diakon Andreas W. Stellmann, Landesvorsitzender.

Im Mittelpunkt des Treffens standen aktuelle politische und gesellschaftliche Fragestellungen sowie ein Rückblick auf die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Landesvorstand dankte Dieter Skala für sein großes Engagement, seine Offenheit und die stets konstruktive Begleitung der Arbeit von Kolping Rheinland-Pfalz.

Mit Blick auf die Zukunft äußerten die Vertreter*innen von Kolping Rheinland-Pfalz den Wunsch, die bewährte Tradition des regelmäßigen Austauschs auch mit dem künftigen Leiter des Katholischen Büros, Dr. Markus Patenge, fortzuführen.

„Der Dialog zwischen Kirche, Verbänden und Politik ist gerade in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten von großer Bedeutung. Deshalb würden wir uns freuen, den vertrauensvollen Austausch auch künftig fortsetzen zu können“, so der Landesvorstand abschließend.

Der Landesvorstand von Kolping Rheinland-Pfalz wünscht Dieter Skala für seinen bevorstehenden Ruhestand Gesundheit, Gottes Segen und viele erfüllende Jahre nach seinem aktiven Berufsleben.

Sonntagsschutz darf nicht zum Reparaturinstrument für strukturelle Probleme werden

Kaiserslautern, 10.08.2026 - Aufgrund des extremen Niedrigwassers am Rhein wurde das Sonntagsfahrverbot für Lkw in Rheinland-Pfalz seit letztem Wochenende gelockert. Der Kolping Landesverband Rheinland-Pfalz betrachtet diese Entscheidung mit Sorge. Verständnis für die besondere Situation und die damit verbundenen Herausforderungen für Wirtschaft und Versorgung bedeute nicht automatisch Zustimmung zur Lockerung des Sonntagsschutzes.


„Der Sonntag ist für uns ein gesellschaftlicher Wert. Er schafft einen gemeinsamen Rhythmus, ermöglicht Familien gemeinsame Zeit, Erholung, Ehrenamt und Begegnung. Gerade deshalb sollten wir sehr sorgfältig damit umgehen, wenn der Sonntagsschutz zugunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Problemlösungen eingeschränkt wird“, erklärt Diakon Andreas W. Stellmann, Vorsitzender des Kolping Landesverbandes Rheinland-Pfalz.


Aus Sicht von Kolping stehen gute Arbeit, der Schutz von Familie und gemeinsamer Zeit sowie die Bewahrung der Schöpfung in einem engen Zusammenhang. Der Sonntag ist dabei ein wichtiger Bestandteil einer Gesellschaft, in der der Mensch und nicht allein wirtschaftliche Effizienz im Mittelpunkt steht.


Die aktuelle Situation auf dem Rhein macht nach Auffassung des Kolping Landesverbandes Rheinland-Pfalz zudem ein grundlegenderes Problem sichtbar: Die Abhängigkeit von funktionierenden Verkehrswegen und die zunehmenden Herausforderungen durch klimatische Veränderungen erfordern langfristige Antworten.


„Mit der Lockerung des Sonntagsfahrverbots lösen wir ein akutes Problem – aber nicht dessen Ursache“, erklärt Matthias Donauer, Leiter des Arbeitskreises Landespolitik des Kolping Landesverbandes Rheinland-Pfalz. „Wenn Niedrigwasser dazu führt, dass unsere Logistik an ihre Grenzen kommt, müssen wir uns fragen, wie wir unsere Verkehrsstrukturen resilienter und klimaverträglicher gestalten können. Eine kurzfristige Verlagerung auf die Straße kann keine langfristige Strategie ersetzen.“


Der Kolping Landesverband Rheinland-Pfalz plädiert deshalb dafür, die nun geltende Regelung tatsächlich als Ausnahme für eine außergewöhnliche Situation zu behandeln. Gleichzeitig brauche es mehr politische Anstrengungen für eine nachhaltige und krisenfeste Logistik, eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf geeignete Verkehrsträger und eine Infrastruktur, die auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zuverlässig funktioniert.


„Als Kolping wollen wir wirtschaftliche Realität und soziale Verantwortung nicht gegeneinander ausspielen. Gute Arbeit, intakte Familien und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen gehören zusammen“, betont Stellmann. „Der Sonntag darf nicht zum Reparaturinstrument für Probleme werden, die wir an anderer Stelle langfristig lösen müssen.“


Der Kolping Landesverband Rheinland-Pfalz sieht die aktuelle Lockerung daher nicht als zukunftsweisende Lösung, sondern als Anlass, die langfristigen Herausforderungen von Verkehr, Klimawandel und Arbeitswelt stärker in den Blick zu nehmen.